Leerstand oder was?

WP 20160107 15 29 24 RichAuch in einem Markt mit Nachfrageüberhang wie momentan in Berlin gibt es reichlich Leerstand. Viele Eigentümer, ob groß oder klein, tun sich schwer mit der Vermietung. Sie warten auf den idealen Mieter, haben abgehobene Preisvorstellungen vor allem im Bereich Gewerbemieten und manche Eigentümer warten (selbst in Berlin heute) auf bessere Zeiten. Eine Klientin von mir ist aufgrund personeller Engpässe im Verwalterbereich nicht in der Lage, zeitnah zu vermieten, eine andere Hausverwaltung hat Schwierigkeiten mit ihren Kunden (Eigentümern), die keinesfalls für Makler oder Vermittlungsgebühren bei ImmoScout zahlen wollen. Was daraus folgt, ist Leerstand – mal Monate, mal Jahre.

Und das kostet richtig viel Geld, wie ich jetzt einmal an einem Beispiel ausrechnen musste:

Eine Wohnung steht seit Oktober 2015 leer und wird derzeit nicht vermietet. Die alte Miete war 4,44 €/m²/netto monatlich, demnach 117,57 * 4,44 = 522,01 € netto Weiterlesen

Birkenwanzen im Mietrecht

Die gemeine Birkenwanze krabbelte im Frühjahr 2015 in einer Reinickendorfer Wohnanlage meiner Klientin herum. Zu hunderten drangen die kleinen Viecher über die Fassade in die Wohnungen ein und ekelten (das kann ich verstehen) die Mieterinnen und Mieter. Bei der Ortsbesichtigung durch den ImmoAdvo sah das dann so aus.

2015-03-24_0076Der in der Wohnanlage tätige Hausmeister hatte das Laub unter den zahlreichen Birken nicht abgefahren, sondern in einer molligen etwa 20 cm hohen Schicht auf dem Boden verrotten lassen. Aus seiner Sicht verständlich, denn Lagerplatz für die enormen Laubmengen, die durch schätzungsweise 20 – 30 große Bäume entstehen, war weder vorhanden, noch ließen sich solche Mengen von Laub problemlos aus dem geschlossen Innenhof der Wohnanlage entfernen.

Und das fanden die Birkenwanzen ganz toll. Diese durchtriebenen Biester fallen von den Bäumen, legen die Brut warm und trocken im Laub ab und schwärmen dann sofort nach Beginn der warmen Jahreszeit aus, um sich weiter zu vermehren. Die Lösung war ebenso einfach wie teuer: Zusätzliche Gartenarbeiten für einen namhaften vierstelligen Betrag wurden beauftragt und das gesamte Laub auf dem großen Innenhof der Anlage abgefahren und verbrannt. Ein Lastwagen reichte da nicht und die Birkenwanzen wurden danach nicht wieder gesehen. Und wer es genau wissen will: Ja, das sind umlagefähige Gartenpflegekosten.

Erfolg Dunk Converse

WP_20151026_15_36_25_RichFür den am Freitag kommenden Büroumzug musste dieses mindestens 20 Jahre Plakat aus meinem Arbeitszimmer nun wirklich mal weichen.

Das Wortspiel verstehen nur Basketballer und Menschen mit guten Kenntnissen im amerikanischen (Sport-)englisch: Was der inzwischen lange pensionierte Center Karl Malone da macht, nennt man Dunking. Das spricht sich [danking] aus oder abgekürzt eben auch [dank]. Erfolg dunk Converse (=Sportschuhhersteller).

Got the picture, honey?

Erfolg geht eben auch ohne Converse, das habe ich jetzt langsam gelernt 🙂

Krisenbewältigung ohne Neuverschuldung

Bild

2015-01-30_KrisenbewältigungDieses Präsent einer Mandantin beweist

  1. wirtschaftliche Klugheit
  2. Humor
  3. einen guten Geschmack (denn es handelt sich um einen umgelabelten Spitzenwein spanischer Herkunft).

Da braucht es schon fast keinen Anwalt mehr (aber in diesem Fall doch). Vielmals Danke und nie aufhören zu schmunzeln

Software-Madness = RA-Micro

Wir verwenden die Software des deutschen Herstellers RA-Micro nun seit 25 Jahren. Und seit mindestens 10 Jahren frage ich mich jedes Jahr wieder, wie verspielt, experimentierfreudig oder auch nur durchgeknallt ein Softwarehersteller ist, der solche

2015-01-16 RA Micro

Übersichten zum Workflow veröffentlich (und das offenbar auch noch ernst meint).

Mal abgesehen davon, dass sich die Programmoberfläche mit immer bunteren Icons und Symbolen jedes Jahr ändert (was man zum Glück derzeit noch unterbinden kann) verstehe ich als Volljurist mittlerweile weder die Entgeltstrukturen dieses Lieferanten noch kann ich es gut finden, wenn jedes Jahr andere Bezeichnungen für Programm-Module, neue „Services“ und neue Benutzeroberflächen geschaffen werden. Das war eigentlich mal ein gutes Programm, mit dem man schnell arbeiten konnte. Jetzt ist es #SoftwareMadness und leider ziemlich anstrengend.

Mietervereine und Gespenster in Spandau

Tot Gesagte leben länger – dieses Motto kommt mir sofort in den Sinn, wenn ich den Bericht über einen weiteren und neuen Mieterverein in Spandau lese. Im Interview verrät dort der ehemalige Anwaltsnotar Marcel Eupen, warum er nicht mehr im Gefängnis sitzt und warum es seiner Ansicht nach einen weiteren Mieterverein in Spandau braucht.

AMV

Dabei hat der „alte“ Mieterverein und Konkurrent des „neuen“ Vereins, der Spandauer Mieterverein für Verbraucherschutz e.V. mit seinem extrem geltungsbedürftig erscheinenen Präsidenten (so heißt ein Vereinsvorsitzender in Spandau) Troschitz nach meinem Eindruck schon fast mehr Mitglieder des erweiterten Vorstandes als der Berliner Mieterverein e.V. mit seinen rund 150.000 Mitgliedern Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Und immer wieder begegnen mir enttäuschte Noch-Mitglieder und Ex-Mitglieder, die durch diesen Verein in aussichtslose Prozesse vor allem um Nebenkostenabrechnungen getrieben wurden, aus denen vor allem Kosten blieben.

So werden sich nach meiner Erfahrung und Einschätzung beide Vereine über kurz oder lang selbst zerlegen, weil die Verteilungskämpfe der beteiligten Anwälte um immer weniger Mandante und zunehmend unzufriedene Mandanten selten zum Erfolg führen. Aber lassen wir uns überraschen!

Übrigens unterschlägt der Bericht, dass es in Berlin noch zwei weitere Mietervereine gibt, die seit langen Jahren relativ konstant tätig sind. Dies sind der Mieterschutzbund Berlin e.V. mit mehreren Zweigstellen im Stadtgebiet und die Berliner Mietergemeinschaft, die aus den 80er Jahren auch noch reichlich Mitglieder hat.

Veröffentlicht unter Leute

Gentrifizierung in Namen

Jedes Ding braucht seinen Namen und der Vorname des massenhaften Zuzugs von konservativ-bürgerlichen jungen Paaren nach Mitte hört sich an wie

Viktor Paul Theodor Graf von

weil ein Vorname bekanntlich nicht reicht. Es braucht deren mindestens zwei, besser sogar (wie im Beispiel des ersten Eintrags in diesem Taufbuch) drei.

Und das liest sich seltsam, wie Andrej Holm in seinem Blog richtig feststellt:

Die Taufliste der Evangelischen Gemeinde am Weinbergsweg (an der Schnittstelle von Mitte und Prenzlauer Berg) liest sich wie eine Mischung aus FDP-Wahlliste für das Europaparlament und dem Verzeichnis der höheren Beamten des Diplomatischen Dienstes.  Der Wortsinn der Gentrification – der ja auf die Wiederkehr des niederen Landadels (der Gentry) in den Städten anspielt – bekommt hier jedenfalls einen unerwarteten Realitätsgehalt.

Aus Ronny wurde Viktor Bla Bla Graf von und aus einem normalen Innenstadtbezirk ein Aufmarschgebiet für den Landadel und dessen Nachahmer. Schade eigentlich. Stadtentwicklung könnte ja auch Vielfalt fördern. Aber dies ist vermutlich die letzte Phase einer Entwicklung, die mit der zunehmenden Bekanntheit der Szene vom Prenzlauer Berg begann. Für mich ist der Bezirk in punkto Lebendigkeit und Vielfalt gestorben, seit einer von uns vertretenen Punkerin aus dem Stand 15.000 EUR Abfindung für ihre relativ schäbig gelegene 1 1/2 Zimmer Altbau-Mietwohnung geboten wurden. Welche Verwertungsketten das in Gang setzt und welche Viktors am Ende einer solchen Entwicklung stehen, kann ich mir leicht vorstellen.

Nullserie Weihnachtstasse

2014-12-08_TasseDas Motiv für die Nullserie der Weihnachtstasse vom ImmoAdvo kam zufällig im Mai 2013 in Glasgow vor meine Linse. Ein schottisches Reisebüro wirbt eben immer sparsam. Und das geht am besten mit einem selbst gemalten Schild wie hier:

Long Stay – Winter Offer – Flight Only – Palma

Und wie schön Mallorca auf den Schotten im Mai wirkt (wenn es + 8 Grad und Windstärke 6 hat), kann sich jede/r vorstellen.

Merry #Xmas, folks!